Österreich laut Studie bei sozialen Aufstiegschancen unter Top-10 der Welt

29. Jän. 2020

Eine gute Absicherung sowie Bildungschancen zeichnen dafür verantwortlich, dass sich Österreich bei den sozialen Aufstiegschancen unter den Top-10 der Welt einreihen kann. Das ist das Ergebnis einer Datenzusammenstellung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Im Ranking von 82 Ländern belegt Österreich, gleichauf mit Belgien, den achten Rang. Den ersten Platz besetzt Dänemark (85,2) gefolgt von Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Außerdem vor Österreich (80,1) liegen die Niederlande und die Schweiz.

Für die Rangliste werteten Studienautoren Daten aus und erstellten daraus einen Gesamtindex der gesellschaftlichen Mobilität aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Arbeit, Technologie und soziale Absicherung/öffentliche Einrichtungen. Konkret eingeflossen sind Faktoren wie faire Entlohnung oder gute Arbeitsbedingungen, die Durchdringung der Bevölkerung mit Anwendungen neuer Technologien, die Qualität und der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Daraus ergibt sich für eine Gesellschaft eine Zahl, die die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten, die sie bietet, ausdrückt.

 

Soziale Absicherung, Bildung und Arbeitsbedingungen

Besonders gut liegt Österreich bei der sozialen Absicherung. In diesem Punkt erreichten wir weltweit sogar Platz drei. Auch in Sachen Zugang und Qualität der Bildung (Platz vier bzw. sechs) und bei den Arbeitsbedingungen (Platz fünf) kann Österreich punkten. Luft nach oben besteht jedoch vor allem, was den Zugang zu Technologie und die faire Verteilung der Löhne betrifft. Im Vergleich zum achten Gesamtrang kam Österreich in diesen beiden Einzelgesichtspunkten nur auf Rang 28 bzw. 26.

Lebenslanges Lernen

Weltweit macht das WEF vor allem niedrige Löhne, fehlende Sozialsysteme und mangelhafte Ausstattung für lebenslanges Lernen als größte Barrieren für sozialen Aufstieg aus und forderte, diese zurückzudrängen. Vor allem die großen Volkswirtschaften China, USA, Indien, Japan und Deutschland könnten nach Einschätzung des WEF enorm von mehr sozialer Mobilität profitieren. Die globale Wirtschaft würde jedes Jahr auf diese Weise um mehrere Hundert Milliarden Euro mehr wachsen, so die Organisation. Weiters wird festgehalten, dass der weltweit sinkende Anteil von Arbeitsleistung am Einkommen bei gleichzeitig steigendem Anteil von Kapitalertrag am Einkommen "wirtschaftliche Ungleichheit hervorgerufen und zu einem Niedergang der Chancengleichheit geführt haben".

Sozioökonomische Mobilität

"Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Ungleichheit sind tiefgreifend und weitreichend", erklärte WEF-Gründer Klaus Schwab laut einer Mitteilung. Er nannte unter anderem ein wachsendes Gefühl der Ungerechtigkeit und sinkendes Vertrauen in Institutionen. "Konzerne und Regierungen müssen darauf mit gemeinsamen Anstrengungen antworten, um neue Wege für die sozioökonomische Mobilität zu finden und sicherzustellen, dass jeder faire Erfolgschancen hat", mahnte Schwab. Laut WEF braucht es eine globale Anstrengung, um der Ungleichheiten Herr zu werden.

 

Quelle: APA, 20.1.2020